Fachtag zur professionellen Fallsteuerung

„Hilfst Du noch oder wirkt es schon?“

Eine stadtweite Plattform zum professionellen Austausch über Erziehungshilfen bot der 3. Fachtag, der gemeinsam durch Mitarbeiter*innen des ASD (Allgemeinen Sozialen Dienst) der Stadt Halle und der freien Träger gestaltet wurde. In den Diskussionen am vergangenen Freitag im Neustädter „Kulturtreff“ ging es um die Frage, wie Hilfen zur Erziehung noch stärker dazu beitragen können, dass neue Erziehungskompetenzen zur Selbstverständlichkeit im Familienalltag werden.

Frank Germann vom Paritätischen Sozialwerk eröffnete mit einem Impulsvortrag, der Erkenntnisse aus dem Bereich der Gehirnforschung beleuchtete. „Die gute Nachricht ist“, so Germann, „dass wir das Gehirn als lebenslange Großbaustelle betrachten können und es für Eltern und Kinder jederzeit möglich ist, neue Fähigkeiten zu erlernen.“ Dies gelinge besonders gut, wenn intensive positive Gefühle, etwa durch Lob und Zuwendung, die Lernsituation bestimmen. „Sichere Bindungen und soziales Eingebundensein sind für die benötigten Entwicklungen ebenso unerlässlich, wie Motivation und Begeisterung. Erst wenn es gelingt, an den Veränderungen zu arbeiten, die für unsere Familien bedeutsam sind, können diese auch Bestand haben“, informierte Frank Germann.

Die Sozialpädagog*innen des ASD und der freien Träger fanden sich anschließend in Workshop-Gruppen zusammen und erarbeiteten gemeinsam, wie sich positive Gefühle, sichere Bindungen und Begeisterung verstärkt in den eigenen Arbeitsalltag integrieren lassen. „Es war spannend zu erleben, wie lebhaft diskutiert wurde. Und es ist wichtig, die Debatte fortzuführen. Unsere Familien werden hiervon immens profitieren“, fasste Frank Germann den Fachtag mit etwa 100 Teilnehmenden der Sozialwirtschaft zusammen.